Wer muss eine Einkommensteuererklärung machen?

Keine Pflicht zur Steuererklärung besteht für

Alleinstehende Arbeitnehmer, die nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind und durch den monatlichen Lohnsteuerabzug eine Art Steuervorauszahlung leisten, müssen in der Regel keine Steuererklärung abgeben. Durch diese unterjährigen/monatlichen Steuervorauszahlungen entfällt die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung.

In den meisten Fällen ist es aber empfehlenswert eine Steuererklärung freiwillig abzugeben (= sogenannte Antragsveranlagung), weil in der Regel mit einer Rückerstattung zu rechnen ist.

Eine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung bis zum 31. Mai 2016 besteht, wenn ...

  • Nebeneinkünfte
    • wenn Nebeneinkünfte von mehr als 410 € pro Jahr erzielt wurden
  • Mehrere Arbeitgeber
    • Wenn der Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt ist oder war
  • Gesamtbetrag der Einkünfte über 8.652 Euro
    • keine Einkünfte aus einer Arbeitnehmertätigkeit mit Lohnabzug erzielt wurden, aber der Gesamtbetrag der Einkünfte bei einem Ledigen beispielsweise durch Vermietungs- oder Renteneinnahme über 8.652 € im Jahr liegt.
  • Lohnersatzleistungen
    • Lohnersatzleistungen wie zum Beispiel Kranken, Eltern- oder Arbeitslosengeld über 410 € pro Jahr bezogen wurden
  • Freibetrag eingetragen
    • auf der Lohnsteuerbescheinigung ein Freibetrag eingetragen wurde (z.B. für Werbungskosten „Fahrten Wohnung / Arbeitsstätte) und der Arbeitslohn über 10.200 € liegt (19.400 € bei zusammenveranlagten Ehegatten).
  • Ehegatte in Steuerklasse V oder VI
    • der Arbeitnehmer verheiratet ist und einer der Ehegatten nach der Steuerklasse „fünf“ oder „sechs“ besteuert wurde.
  • Besteuerung nach Faktorverfahren
    • der Arbeitnehmer verheiratet ist und die Ehegatten nach dem sogenannten Faktorverfahren besteuert wurden.
  • Sonstige Bezüge nicht einbezogen
    • der Arbeitnehmer nacheinander bei verschiedenen Arbeitgebern beschäftigt war und ein Arbeitgeber einen sonstigen Bezug (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Abfindung) versteuert hat, bei dem der Arbeitslohn beim anderen Arbeitgeber nicht mit einbezogen wurde.
  • Scheidung
    • der Arbeitnehmer geschieden wurde – oder der Ehegatte gestorben ist – und er im gleichen Jahr wieder geheiratet hat.
  • Verlustvortrag
    • zum Ende des Vorjahres ein sogenannter Verlustvortrag festgestellt wurde – bspw. durch Verluste aus Vermietung und Verpachtung

Unsere Empfehlung:

Sofern die Abgabe der Einkommensteuerklärung 2015 bis zum 31. Mai 2016 zeitlich nicht möglich ist, sollten Sie bei ihrem zuständigen Finanzamt – formlos - einen Fristverlängerungsantrag mit Angabe der wichtigen Gründe stellen, damit kein Verspätungszuschlag festgesetzt wird.

Alternativ kann ein Beratungstermin in einer Beratungsstelle der Aachener Lohn- und Einkommensteuerhilfe e.V. (ACLV) vereinbart oder per E-Mail das Abgabeproblem zum 31. Mai 2016 gelöst werden, so dass die Abgabefrist für unsere Mitglieder um sieben Monate bis zum 31. Dezember 2016 verlängert wird.